7 Tipps zu Ängsten und Phobien

Angst ist ein natürlicher Instinkt, der unser Überleben sichert. Dieser Instinkt ist bei jedem Lebewesen angelegt und hat eine sinnvolle Daseinsberechtigung. Evolutionsbedingt waren für unsere Vorfahren Angst überlebenswichtig, denn sie schliefen beispielsweise im Freien und mussten auf der Hut sein, um nicht von wilden Tieren angegriffen zu werden.

Das Gefühl der Angst kann sehr störend und verunsichernd sein. Es verursacht ein mulmiges und angespanntes Gefühl. Beispielsweise verleitet uns die Angst dazu den sichereren Weg zu wählen, obwohl dieser ein längeren Fußmarsch bedeutet. Die Prüfungsangst verleitet uns, die Prüfung ernst zu nehmen, zu respektieren und fokussiert zu sein, damit wir ausreichend lernen.

Dies wird allerdings problematisch, wenn die Angst sich steigert, unangemessen, hemmend und blockierend wird. Haben sich dann Panikattacken entwickelt, ist es für diejenigen nicht mehr möglich konzentriert zu sein, objektiv oder logisch zu handeln. Es ist den Betroffenen zwar klar, dass die Angst unangemessen ist, aber es ist trotz dessen nicht möglich diese zu kontrollieren.

Phobien sind unangemessen starke Ängste, die einen hohen Leidensdruck mit sich bringen. Sie bestimmen meist das gesamte Leben, weil man sich nur noch damit beschäftigt den Angstauslöser aus dem Weg zu gehen. Man nimmt eine Vermeidungshaltung ein, die den Menschen davon abhält wertvolle Erfahrungen machen zu dürfen. Darüber hinaus nehmen die Ängste zu, wenn man anfängt den Angstauslöser zu meiden. Zusätzlich können noch andere Phobien dazukommen.

Warum also, ist es unmöglich in der gesteigerten Angst logisch und rational zu denken? Dies verdanken wir den Stresshormonen, die dann sozusagen das Kommando übernehmen. Bei der Ausschüttung von Stresshormonen bereitet sich der Organismus auf die Flucht vor. Die Pupillen weiten sich, um das Sehen zu intensivieren, das Herz pumpt schneller, damit alles notwendige ausreichend durchblutet wird, der Speichelfluss und die Verdauung sind gehemmt. Ist man auf der Flucht, fährt der Organismus sozusagen das Notprogramm und somit ist das klare Denken fast unmöglich.

Es gibt drei Faktoren, die uns in unserem Empfinden und der Entwicklung von Ängsten bzw. Phobien beeinflussen.

  1. Die biologischen Faktoren
  2. Die psychischen Faktoren
  3. Die sozialen Faktoren

Für die Betroffenen sind Phobien äußerst quälend und schränken das Leben in einem hohen Maß ein. Es sind nicht nur die Gedanken, die qualvoll sind, sondern auch die körperlichen Symptome die damit einhergehen können. Zu den somatischen Störungen gehören z.B. Herzrasen, Zittern, Schweißausbrüche, Magen-Darmstörungen, Atemwegsbeschwerden, Übelkeit usw.

Phobien treten nicht nur alleine auf, sondern auch in Kombination mit anderen Phobien und oft sind diese begleitet von psychischen Störungen, wie z.B. Depressionen. Die Gefahr an Medikamenten, Drogen, Alkoholabhängigkeit zu erkranken sind ebenfalls erhöht.

Die Ursache für Phobien liegen oft begründet in negativen Erfahrungen, die eine traumatisierende Wirkung haben und nicht verarbeitet wurden. Phobien können auch von Vorbildern, wie Eltern, übernommen werden. Dies ist z.B. bei Tierphobien der Fall. Hier hat das Elternteil z.B. Angst vor Hunden und das Kind übernimmt diese, ohne je eine negative Erfahrung mit Hunden gemacht zu haben. Kinder lernen hier am Modell, da Kinder ihren Eltern vertrauen und davon ausgehen, dass es für ihre Angst eine reale Bedrohung gibt.

Phobien sind nicht förderlich für die Gesundheit. Es herrscht eine andauernde Stressbelastung, die das Immunsystem auf Dauer überlastet. Es ist also wichtig, sich Hilfe zu holen, um diese zu verarbeiten. Darüber hinaus ist dies auch für die psychische und seelische Gesundheit wichtig.

Wie geht man also vor, wenn man mit Phobien konfrontiert ist?

  1. Es sollte eine körperliche Untersuchung erfolgen (Blutabnahme, Herzuntersuchung durch ein EKG, Schuldrüsenuntersuchung durch Ultraschall und eine Untersuchung des Gehirns durch ein MRT), damit ausgeschlossen werden kann, dass es keine organischen Gründe für die Phobien gibt.
  2. Andere psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, die vorliegen könnten, sollten untersucht werden und behandelt werden.
  3. Bei Kindern sollte abgeklärt werden, ob die Ängste altersgerecht sind und Teil der Entwicklung.
  4. Wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind, sollte ein Therapeut aufgesucht werden, der zu Ihnen passt.
  5. Bleiben Sie standhaft, auch wenn es schwer fällt, um Ihre Lebensqualität zu optimieren.
  6. Verschließen Sie sich nicht und sprechen Sie mit Menschen, denen Sie vertrauen. Wir sind soziale Wesen und wenn wir verstanden und begleitet werden, ist der Prozess angenehmer und damit auch effektiver.
  7. Gefühle der Charme sind wenig hilfreich, denn der menschliche Körper ist perfekt und auf Gesundheit programmiert. Selbst die Phobien sind ein Weckruf, der signalisiert, dass etwas nicht stimmt und daran gearbeitet werden sollte.
Dresi

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